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Trick Training – Mehr als nur Zirkus?!

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Neben dem Erlernen der klassischen Signale („Sitz“, „Platz“, „Bleib“), interessieren sich immer mehr Hundehalter für das Trick Training. Von einfachen Tricks wie „Pfötchen geben“ und „Rolle“ bis hin zu komplexen Aufgaben, wie das Apportieren einer Flasche aus dem Kühlschrank, ist der Fantasie im Trick Training keine Grenzen gesetzt. Mit Hilfe von positiver Verstärkung, guten Timing und Spaß am Training, können Hund und Halter die tollsten Aufgaben gemeinsam erarbeiten. Trick Training wirkt sich positiv auf die Beziehung zwischen Mensch und Hund aus, bietet mentale Auslastung, fördert das Selbstvertrauen des Hundes, regt das Lernen an und macht einfach Spaß.

Trotzdem sehen manche Hundehalter dem Thema noch skeptisch entgegen. Man hört Aussagen wie „Mein Hund ist doch kein Zirkustier“ und „Das ist doch alles Quatsch“. Wie sieht es damit aus? Macht Trick Training überhaupt Sinn?

Dafür gibt es von mir ein klares JA! Trick Training macht Sinn! Ohne wenn und aber! Neben den oben bereits aufgeführten Gründen (die schon ausschlaggebend genug sind), gibt es ein weiteres, unschlagbares Argument, welches leider noch häufig übersehen wird:

Erlernte Tricks können für notwendige Maßnahmen verwendet werden, die ansonsten oft in Stress für Mensch und Hund ausarten. Beispiele dafür sind die Körperpflege des Hundes, Untersuchungen beim Tierarzt (vom auf die Waage steigen bis hin zur Blutabnahme und dem still liegen fürs Röntgen), alltägliche Prozeduren wie dem Pfoten reinigen oder aber auch das von vielen ungeliebte Krallen schneiden.

Was hat Trick Training mit Körperpflege oder Blutabnahme zu tun?

"Der wahrscheinlich wichtigste Grund, um mit Tieren zu trainieren, ist, ihnen beizubringen, bei der eigenen Pflege mit dem Menschen zu kooperieren." Ken Ramirez, Tiertrainer¹  

Im folgenden beleuchten wie ein paar Tricks genauer und schauen, wofür diese Tricks nützlich sind:

trick1„Pfötchen geben“

Das „Pfötchen geben“ auf Signal ist wohl eines der beliebtesten Tricks. Auch ohne sich tiefer mit dem Trick Training (oder Training im Allgemeinen) beschäftigen zu müssen, können viele Halter dem Hund diesen Trick noch oft vor den Grundsignalen beibringen.

Ist das „Pfötchen geben“ gut aufgebaut worden und führt der Hund es mit Freude aus, so kann man es zum Beispiel verwenden für:

  • alltägliches Pfoten abputzen
  • Krallen schneiden
  • Blutabnahme
  • und und und

trick2„Tot spielen“

Bei diesem Trick bringt man dem Hund bei, sich in die Seitenlage zu begeben und dort ruhig zu verharren, solange bis das Signal wieder aufgelöst wird. Bei uns heißt
dieses Signal „Peng!“ Neben dem Spaß-Faktor findet dieser Trick viele nützliche Anwendungen im Zusammenleben mit dem Hund:

  • Absuchen des Hundes auf Zecken
  • Abtasten des Bauches und Genitalbereiches beim Tierarzt
  • Still liegen beim Röntgen
  • Durchführung von Physiotherapeutischen Maßnahmen
  • und und und

„Hand-Target“

Beim Hand-Target (auch „Touch“ genannt) berührt der Hund mit seiner Nase die Hand des Menschen oder aber jeden anderen beliebigen Gegenstand. Dieser Trick ist einer meiner Lieblings-Signale, da es so vielseitig einsetzbar ist:

  • Positionierung des Hundes in eine andere Position ohne Druck, Zwang oder Leinenruckerei
  • Führen des Hundes auf verschiedene Gegenstände, wie z.B. der Waage beim Tierarzt
  • Hilfssignal zum Anlegen eines Brustgeschirres
  • und und und

trick3„Kinn-Target“

Ähnlich dem Hand-Target, jedoch legt der Hund bei diesem Trick sein Kinn (und damit den Kopf) auf die offene Handfläche des Menschen ab oder aber legt das Kinn auf den Schoß, ein Handtuch, einen Tisch oder anderen Gegenstand ab und bleibt in dieser Position ruhig, solange bis das Signal aufgelöst wird. Während der Hund das Signal ausführt, kann der Halter bei einem gut auftrainiertem Kinn-Target, verschiedene Maßnahmen am nun ruhigen Hundekörper durchführen:

  • Ohren untersuchen und reinigen
  • Augentropfen anwenden
  • Körper auf Zecken untersuchen
  • Hund mit dem Stethoskop abhören
  • und und und

trick4„Der Diener“

Bei diesem Trick, bei uns „bow“ (to bow = sich biegen) genannt, geht der Hund in die Vorderkörpertiefstellung. Diesen Trick kann man sich zu nutze machen, wenn der Hund sich z.B. vor sportlichen Aktivitäten aufwärmen soll. Bei uns findet er täglich Anwendung, wenn unser Morgenmuffel Darryl nach 15 Stunden Schlaf aufsteht und steif zur Tür torkelt um in den Garten zu gehen. Wenn ich ihm das Signal „bow“ gebe, bewegt er sich in die Vorderkörpertiefstellung und er nutzt das direkt um sich einmal richtig zu strecken.

Dies ist nur ein kleiner Auszug aus den vielfältigen Tricks und deren Anwendungsmöglichkeiten im täglichen Leben, welche das Zusammenleben zwischen Mensch und Hund erleichtern. Mit dem Aufbau von Tricks und dem Einsatz dieser für eh notwendige Maßnahmen, können wir es schaffen, Stress zu reduzieren und Kooperation zu erhöhen.

Video zum Medical Training – Trick Training:

Wenn ihr mehr über Trick Training und insbesondere den Einsatz von Tricks für Körperpflege- und Tierarzt-Maßnahmen (dem sogenannten „Medical Training“) erfahren möchtet oder aber einen Kurs dazu buchen möchtet, dann schreibt mich an unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

¹Vorwort von Ken Ramirez im Buch „Medical Training für Hunde“, Oblasser-Mirtl, Glatz (2016), Cadmos Verlag, Schwarzenbeck


 

Sarah Tappe

 

Sarah Tappe

mobile Hundetrainerin
Diploma of Canine Behavior Science and Technology (CASI von James O’Heare)
derzeit weitere Ausbildung zurVerhaltensberaterin
(Advanced Diploma of Canine Behavior Management am international anerkannten Compass Education Institut)

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